Freitag, 3. Februar 2017

G 20 - Helfer gesucht

Helfer für Demo am 17. März gesucht

Am 17. März 2017 plant das Bündnis "Erlassjahr.de" zusammen mit den christlichen Kirchen in Baden-Baden eine Demonstration anlässlich des G-20-Finanzministergipfels in Baden-Baden.

Es ist ein Aktionstag mit großer Kundgebung auf der Fieserbrücke geplant.  




Für die Umsetzung des Aktionstages zum G20-Finanzministertreffen am 17.03.17 in Baden-Baden suchen wir zwischen dem 13.3. und dem 18.3.17 Unterstützung für ca. 40 Stunden.


Die Aufgaben umfassen:
Unterstützung bei der örtlichen Logistik am Aktionstag, etwa Auf- und Abbau eines Informationszeltes, Transport der Requisiten, Befüllung von Ballons, etc.
Unterstützung bei der reibungslosen Umsetzung der Aktivitäten, etwa als Aktionshelfer/in bei der öffentlichkeitswirksamen Aktion und Kundgebung
Begleitung und Übersetzung eines englischsprachigen Referenten aus dem südlichen Afrika bei einem Vortrag und bei der Kundgebung
Sie bringen folgende Voraussetzungen mit:
ausgeprägtes Organisationstalent
Fähigkeit zu selbstständiger und zielorientierter Arbeitsweise
Identifikation mit den Zielen von erlassjahr.de und der ACK sowie den Zielen der Aktion => KLICK


Führerschein
Gute Englischkenntnisse
Zeitliche Flexibilität im genannten Zeitraum, dabei ist die Verfügbarkeit am 16.3., 17.3. und 18.3. absolute Voraussetzung.
Ortskenntnisse in Baden-Baden sind von Vorteil
Wir bieten 15 Euro pro Stunde auf Honorarbasis (bei nichtselbstständiger Anmeldung ist der Stundensatz entsprechend geringer).



"erlassjahr.de - Entwicklung braucht Entschuldung e.V." ist ein entwicklungspolitisches Bündnis in Deutschland mit ca. 600 Mitträgerorganisationen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft. Das Bündnis setzt sich für faire globale Finanzbeziehungen zwischen Nord und Süd mit besonderem Schwerpunkt auf Schuldner-Gläubigerbeziehungen ein. Dabei steht die Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen in Entwicklungsländern durch den Einsatz für faire Entschuldung im Vordergrund.
 
Kontakt:
erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung e.V.



Kristina Rehbein

Carl-Mosterts-Platz 1

40477 Düsseldorf


Mail: k.rehbein@erlassjahr.de

Tel. 0211-4693-196

Montag, 23. Januar 2017

Frieden - Januar 2017


Bunte Demonstration für den Frieden 

Geschätzt 150 Leute kamen gestern zur Friedenskundgebung der Europa-Union auf der Fieserbrücke, um für Frieden und gegen die Abschottungspolitik eines neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump zu demonstrieren. Gleichzeitig war die Kundgebung auch eine Mahnung gegen all die rechten Kräfte, die derzeit in Europa erstarken.


 

Frieden sei kein Zustand, der selbstverständlich sei. Für Frieden müsse man sich einsetzen, gerade in dieser Zeit, in der Kriege und Terror Angst und Schrecken verbreiten. Die großen Mächte dieser Welt – USA, Russland, Türkei, aber auch die EU – zeigten keine besonnene Friedenspolitik.
Initiator Werner Henn betonte im Vorfeld der Demonstration: Wir erleben eine besonderen Woche: Am 20. Januar wurde Donald Trump der nächste Präsident der USA und zeige sich nicht als großer Staatsmann. Der 22. Januar sei der 54. Jahrestag des Elysée-Vertrags. Ein symbolischer Tag, an dem aus „Erbfeinden“ Freunde wurden, und der Grundstein der Europäischen Einigung gelegt worden sei

"Zeigen wir der Welt, wofür wir in der Weltstadt Baden-Baden und in der Region der offenen Grenzen eintreten: Für Frieden, Verständigung und Gerechtigkeit. Gegen Gewalt und Diskriminierung." 

Technsiche Schwierigkeiten verzögern den Beginn


Die beißende Kälte machte allen zu schaffen, den immerhin 150 Teilnehmerm ebenso wie den Solisten der Philharmonie, denen die Ventile ihrer Belchbalsinstrumente zufroren.




Franz Alt brachte seine Botschaften kurz und knapp auf den Punkt. Statt Mauern müsse man Brücken bauen, rief er, und: "Europa ist die Lösung, nicht die Ursache der Probleme."


 

"Frieheit ist nichts, das man besitzt, sondern etwas, das man tut", betonte Schauspielerin Sonja Dengler vom Theater Baden-Baden, die Auszüge aus der Friedespreis-Rede der Autorin Carolin Emcke vorlas.
 
 


Auch in der Zeitung (hier der Artikel im Badischen Tagblatt) wurde groß berichtet:




Freitag, 9. Dezember 2016

45cbm - Schröder


Der Sinn des Kibbuz aus Frauensicht

Es lohnt sich immer, in der staatlichen Kunsthalle auch einmal zur Seite zu blicken. Zumindest, wenn man an der Kasse steht. Neben dem Tresen nämlich gibt es einen kleinen Raum, 45 Kubikmeter groß nur, deshalb auch sein Name 45cbm, in dem das engagierte Kunsthallenteam jungen Künstlern eine Plattform bietet. Diesmal präsentiert Kuratorin Luisa Heese (links) das Werk der in Leibzig lebenden Künstlerin Luise Schröder, das wie für diesen kleinen Raum gemacht ist.





"She takes a hand herself in history", hat die Künstlerin ihre multimediale Installation genannt, die 2015 in Israel entstand. In Fotos, Interviews und bewegten Bildern widmet sich Luise Schröder dem System Kibbuz, das sie als „Versuch einer sozialistischen Utopie in Israel“ sieht. (siehe hierzu auch den Eintrag bei Wikipedia zum Thema Kibbuz => KLICK). Besonders die Frauenbilder im Kibbuz einst und in der Gegenwart haben es der Künstlerin angetan, sie fragt sich, was an den Bildern von Frauen über Frauen anders ist als an jenen aus Männerhand. Die Werke von fünf Fotografinnen zwischen 1920 und 1970 hat sie dabei näher betrachtet und dann Frauen ausgewählt, die einige Fotos in kleinen Video-Sequenzen nachstellen. Interviews ergänzen diese Sicht auf die Entwicklung des Kibbuz und zeichnen dabei auch Parallelen zum Leben in der einstigen DDR. In dieser kleinen, aber feinen Ausstellung verbinden sich fotografische, historische und journalistische Ansätze aufs Allerbeste. 

Mehr dazu auf der Webseite der Künstlerin =>  KLICK


 
Heute Abend um 19 Uhr wird die Ausstellung in der Kunsthalle feierlich eröffnet, Interessierte sind herzlich willkommen, der eintritt ist wie immer frei. Künstlerin und Kuratorin beantworten gerne und sehr freundlich und unkompliziert jede Frage. Wer es heute Abend nicht schafft – die Ausstellung kann jederzeit (Montag Ruhetag) kostenlos besichtigt werden. Ein Blick „um die Ecke“ lohnt sich! 


 

Freitag, 25. November 2016

Kunsthalle - Müller


Schuhe aus und rein ins Kunst-Vergnügen!


Ja, richtig: Wer die neueste Ausstellung in der staatlichen Kunsthalle ansehen möchte, muss zuerst die Schuhe ausziehen – am besten auch gleich die Strümpfe mit dazu. Nur dann kann man mit allen Sinnen Kunst erleben – oder jedenfalls das, was Michael Müller darunter versteht. 




Wir – die etwas zaghaften Laien – müssen diese Kunst nicht verstehen, sondern sollen einfach nur Spaß daran haben. Wir können durch feinen Quarzsand laufen, durch nassen Lehm waten und über weichen Teppichboden schreiten, wir können "nicht sichtbare Kunst" erleben und blinde Fische bestaunen oder uns in ein beklemmendes dunkles Verließ begeben, dessen verschmutzte Kacheln ab und zu durch eine unregelmäßig flackernde Neonröhre erhellt werden (die übrigens im Morsealphabet Homers Odyssee nacherzählt) – kurz: Uns einfach überwältigen lassen. Denn genau ist das Ziel dieser Ausstellung „SKITS.13 Ausstellungen in 9 Räumen“.

Allein die Installation der Ausstellung in den vergangenen WOCHEN hat vom Team der Kunsthalle, allen voran Kurator Hendrik Bündge, alles abverlangt. Aber es hat sich gelohnt.



Was kann man sehen? Was will uns der Künstler Michael Müller sagen?

Kunsthallen-Chef Johan Holten lächelt verschmitzt. „Das kann man nicht auf einen Satz beschränken oder gar zum Hashtag herunterkürzen“, sagt er den Pressevertretern am Tag vor der offiziellen Ausstellungseröffnung. Diese Ausstellung könne man niemals ganz erfassen.

Was ist Kunst? Das fragt man sich daher auch unweigerlich, wenn man staunend durch die verwandelten, verfremdeten Räume streift. Und während man sich wundert und staunt und fühlt und lächelt – erfährt man ganz nebenbei und unbewusst eben doch die Antwort auf diese Frage...



Der große Saal ist mit Sand bedeckt, man darf und soll hindurchwaten! Ein Baumgerippe ragt heraus, halbnackte junge Menschen streicheln Steine oder harken Sand in Zeitlupe, später werden sie, begleitet von sphärenhafter Musik, den Pressevertretern eine Kostprobe dessen geben, was das Publikum heute Abend zur Eröffnung erwarten wird: Die vierstündige „Dritte Probe für Nietzsches Geburtstagsparty 2313“ ... Klingt verrückt? Ist es auch ein bisschen. Vielleicht. In gewisser Weise. Nach der Kostprobe gestern kann ich nur allen Besuchern von heute Abend raten: Lassen Sie sich darauf ein. Setzen sich an den Rand der Halle, hören Sie und sehen Sie zu. Schütteln Sie alles zunächst Befremdliche ab. Sie werden mit einem intensiven Erlebnis belohnt. Hier Fotos der gestrigen Performance vor der Presse: 







Was kann man sonst noch sehen? Einen Raum voller kryptischer Traktate – Michael Müllers Version von Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“, in jahreslanger Kleinarbeit übertragen in eine eigens erfundene Schrift namens K4... (Derzeit existieren 240 000 Einzelzeichen...) 




Ein ausgestopfter Kakadu vor einem Spiegel mit Sprechblase. 




Wände voller Anglerglück-Fotos. 




Eine Ansammlung von Tonplastiken, so viele, wie der Künstler an einem Tag formen konnte. 



Fische - vor einem Bild, das nur sie sehen könnten, wären sie nicht blind.



Ein Originalgemälde von Jan Brueghel, dem Jüngeren. 



Eine Verfremdung Dürers. 




Eine „Passage auf dem Nil“ inklusive nassem Ton, durch den man waten darf (Seife und Handtücher warten am Ende der Installation; wer Glück hat, dem wäscht der Künstler auch eigenhändig die Füße.) 

Gestapelte Plastiksessel. 



Eine Abhandlung über die Farbe Rosa. 




Und, und, und... Wie gesagt, es ist nicht Sinn des Rundgangs, alles zu erfassen. Und erst recht nicht, alles zu verstehen. Aber es wird ein absolut unvergessliches Erlebnis sein.

Und doch, sehr geehrter Herr Holten, gibt es sehr wohl einen Hashtag: #„Wow“! 

 

Heute um 19 Uhr wird die Ausstellung feierlich eröffnet, der Eintritt ist frei. 

Die Ausstellung ist ab morgen bis 19. Februar 2017 zu sehen.
Eintritt 7 Euro, montags geschlossen, freitags ist der Eintritt frei. Öffentliche Führungen jeden Freitag um 15 Uhr. Audioguide in deutscher Sprache steht kostenlos zur Verfügung, Führungen in Fremdsprachen auf Anfrage möglich.

Und hier noch ein paar Links:

1.) Interviews von ZDF-Aspekte:

Mit dem Künstler Michael Müller => KLICK 




Mit dem Kurator Hendrik Bündge => KLICK

Mit Kunsthallenchef Johan Holten => KLICK

2.) Webseite des Künstlers Michael Müller => KLICK

3.) Wikipedia => KLICK

4.) Und natürlich ein Experten-Bericht auf dem Blog Mercurius-Baden-Baden.de => KLICK

















https://www.zdf.de/kultur/aspekte/johan-holten-interview-100.html


Donnerstag, 24. November 2016

Alltagswahn - Schnitzelweckle





Schnitzelweckle - ganz einfach

eine weitere Fortsetzung der beliebten Alltagswahn-Geschichten

von Michael Beck 


Folgender Dialog neulich an der Heißtheke der lokalen Metzgerei:
Kunde, Mitte Vierzig, fein gekleidet (K): „Ich hätte gerne ein Brötchen.“

Verkäuferin, sehr freundlich und gut gelaunt (V): „Gerne. Was soll denn drauf aufs Weckle? Schnitzel, Fleischkäs, Spießbraten oder ein schöner Wacholderschinken?“

K: „Ja.“

V:“Bitte?“

K: „Ja, weiß nicht.“

V: „Spießbraten ist unsere Spezialität, schauen Sie, der ist auch schön gefüllt!“ 

K: „Hmm. Vielleicht. Sieht komisch aus. Da sind Kräuter drin, oder?“
V: Nickt.
Der Fleischer an der Fleischtheke runzelt die Stirn und schickt einen stechenden Blick quer durch den Laden.

K: „Schnitzel. Ich möchte ein Schnitzelbrötchen bitte. Sind die alle paniert?“

V: „Ja, aber wenn sie wollen, brate ich Ihnen schnell eins á la nature aus.“

K: „Was ist das, natür?!?“

Der Fleischer vergisst seine Kundin vor ihm und wetzt gedankenverloren sein Messer. Er starrt.

V: „Unpaniert. Natur eben.“

K: „Naturfleisch ist roh. Sie meinen ohne Panade gebraten.“

V: „Genau, sagte ich ja.“

K: „Hmm. Ich nehme ein Brötchen mit paniertem Schnitzel bitte.“

V: „Sehr gern!“ 
Alle Angestellten und Kunden rufen innerlich Halleluja. 
Da begeht V einen Fehler.

V: „Soll etwas drauf auf´s Schnitzel? Frische Röstzwiebeln, Senf, Ketchup, ein wenig Sauce?“

K: „Schmeckt das?“

V: „Was?“

K: „Zwiebeln mit Senf, Ketchup und Sauce.“

V: „Wer´s mag – das ist Geschmackssache. Muss ja auch nicht alles zusammen drauf, oder?“
K: „Wenn Sie Sauce auf das Schnitzel geben, läuft doch alles herunter. Das ist sehr unangenehm.“
V: „Ich mache das ja nicht mit der Kelle, sondern dem Pinsel. Wegen des Geschmacks.“
K: „Was für Geschmacksrichtungen haben Sie denn?“
V: „Zigeuner…äh Paprikasauce, Jägersauce mit Pilzen oder Bratensauce.“
K: „Pilze? Um Gottes Willen. Ich glaube, ich möchte nichts drauf.“
V: „Glauben oder wissen Sie das?“
K: „Wieso fragen Sie?“
Der Metzger atmet wie ein Maikäfer kurz vor dem Abheben.
V: „Ich sollte es genau wissen. Sie wollen Ihr Schnitzelweckle ohne Zwiebeln, Senf, Ketchup oder Sauce, ja?“
K: Sinniert. Rafft sich auf und sagt entschlossen: „Ja!“

V präpariert das Schnitzelweckle und fragt (alle im Laden verziehen schon das Gesicht): „So bitte, zum Mitnehmen oder hier Essen?“

K grübelt. 
Der Herr hinter ihm fängt an verzweifelt zu lachen.

K ist irritiert, entscheidet sich für´s Mitnehmen, beäugt das Schnitzel und meint: „Das ist aber groß.“

V hat gelernt und schweigt freundlich. Dann sagt sie: „Zwei Euro vierzig bitte!“

K ist noch mehr irritiert und meint „Das ist aber günstig! Das gibt es bei uns nicht für so wenig Geld.“
Der Metzger schaut an die Decke. Die zwischenzeitlich dramatisch angewachsene Kundschaft scharrt nervös mit den Füßen, Mittagspausen sind kurz.
V: „Bei uns isch des normal.“
K: „Bei uns nicht.“

Der Herr hinter ihm platzt förmlich und ruft „Mensch Kerle zahl unn verschwind bevor ich mich vergess! So äh Gschiss weganem Schnitzelwegg – ich glaub, ich schbinn!!!!“
K zuckt nervös mit der Backe legt zwei Euro fünfzig auf den Tresen und flitzt zur Tür hinaus, der Metzger wendet sich erleichtert seiner Kundin zu.


Samstag, 22. Oktober 2016

Burda - Kerze


Symbol der Freude und der Trauer
von der Geburt bis zum Tod

Gerade in der dunkler werdenden Jahreszeit und angesichts der Lebkuchenberge in den Supermärkten kann man Kerzenlicht im Geiste leicht mit „Advent“ verknüpfen. Wer so denkt, wird in der Ausstellung „Die Kerze“ im Museum Frieder Burda eines Besseren belehrt.



Die Kerze sei ein Symbol für die Dauer des Lebens, für erhellende Aufklärung im Zeichen der Vernunft, für einen Hoffnungsschimmer am Horizont, aber auch für ein latentes sexuelles Begehren“, sinnierten schon im Vorfeld die Texter der Presseeinladung. Kurator Helmut Friedel weitete das Thema zur Eröffnung vor zahlreichen Medienvertretern noch aus und sprach von der Kerze als einer Lebenslinie von der Taufe bis zum Tod, von einem Symbol für Festlichkeit auf Adventskränzen und Geburtstagstorten aber auch von einem Symbol der Trauer, bei Mahnwachen und als Ausdruck von Solidarität mit den Opfern nach Terroranschlägen oder Unglücksfällen.

Dieter Krieg - ohne Titel

Frank Bauer - Christians Geburtstag



Gavon Turk - Neon Candle



Jörg Immendorf - Bild mit Geduld


Karin Kneffel - ohne Titel


Oda Jaune - untitled


Die Ausstellung, die vor allem auch den Anspruch widerspiegelt, ein veritables Museum mit Anspruch auf ernsthafte Recherche seiner Werke zu sein, stellt das Herzstück der Sammlung Frieder Burda, Gerhard Richters legendäre „Kerze“ von 1982, in den zentralen Mittelpunkt. Eigentlich, so Helmut Friedel, sehe man hier eine ganz normale Haushaltskerze, die Fläche im Hintergrund aber sei verschwommen und schaffe Neugierde auf einen vollkommen abstrakten Raum, in dem es kein Fenster und keinen Tisch gebe. Die Kerze wachse daher geradezu aus dem Nichts in den Bildraum, sie bleibe dadurch im Abstrakten. Erst die Flamme darüber mache die Kerze dinglich und gegenständlich, so „als gehe einem ein Licht auf“.



Selbst nach einem Jahrhundert elektrischen Lichts ist und bleibt die Kerze als Thema in der Kunst aktuell“, betonte Helmut Friedel und verwies darauf, dass die Ausstellung Werke von weiteren 37 Künstlern zeigt, die sich auf unterschiedlichste Weise mit dem Thema befassen. Der Rahmen reicht von Karin Kneffel, Markus Lüpertz, Georg Baselitz und Jörg Immendorf über Jeff Koons und Thomas Ruff bis hin zu einer spektakulären Kerzen-Video-Installation von Nam June Paik im Untergeschoss, die das Personal des Museum auf Trab halten wird, weil man die Projektoren dem Rhythmus des Herunterbrennens einer echten Kerze alle 15 Minuten anpassen muss.




Kerzen-Szenen aus 20 Filmen runden das Thema ab, wobei Helmut Friedel keinen Zweifel daran ließ, dass dieser Teil der Ausstellung aufgrund der Einholung der verschiedenen Lizenzen einer der zeit- und kräfteraubendsten war.



Die Ausstellung ist bis zum 29. Januar 2017 zu sehen. Ein umfangreiches Begleitprogramm zum Beispiel mit einem Architekturdialog, Musik im Museum und einer Lesung über Flucht und Vertreibung runden das Thema ab. Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag und an allen Feiertagen (außer Heiligabend und Silvester) von 10 bis 18 Uhr, Eintritt 13 Euro.
Webseite der Ausstellung => KLICK

Mittwoch, 24. August 2016

Flüchtlingsgarten


Billy und Malick und der Flüchtlingsgarten


Das ist William Uber, genannt Billy.



Der 58jährige US-Amerikaner wohnt seit 1998 in Baden-Baden, gut und gern, wie man so schön sagt. Doch das wäre noch zu wenig. Sagen wir also lieber: Er lebt hier mit absoluter Leidenschaft. Ein Festspielhaus-Engagement seiner Frau, einer Opernsängerin, verschlug den selbständigen Seminarleiter in unsere Gefilde, und seitdem ist er von Land und Leuten restlos begeistert. Vor allem der Schwarzwald hat es ihm angetan. Und so ist es nur folgerichtig, dass er seit kurzem Ortsvorsitzender im Schwarzwaldverein ist. Was er nicht kann? Gärtnern.

Und hier kommt Malick Jagana in Spiel.


Hier auf Besuch bei Stadtrat Michael Bollinger, wo er vor allem über die vielen Blumen in deutschen Gärten staunte

Der 31jährige Gambier lebt seit diesem Frühjahr in Baden-Baden, auf dem Waldseeplatz. Er ist Bauer durch und durch, hat eine gute Schulausbildung genossen, spricht sechs Sprachen fließend (und die siebte, Deutsch, hoffentlich auch bald, falls er im Herbst über die Warteliste in einen VHS-Kurs rutschen kann). 

Die beiden Männer trafen beim Café Kontakt am Waldseeplatz aufeinander, und das entwickelte sich daraus (Badisches Tagblatt, 24. 8. 2016):





Lesen Sie die ganze Geschichte hinter der Geschichte auf meinem Blog




Hier finden Sie auch viele weitere Geschichten über Flüchtlinge in Baden-Baden und ihre ehrenamtlichen Helfer.


Auf meinem Blog Forum-Baden-Baden.de berichte ich derzeit nur noch sporadisch, hauptsächlich über das Thema Kunst in Baden-Baden. 


Wenn Sie sich für Kommunalpolitik in Baden-Baden interessieren, empfehle ich Ihnen den neuen Blog des ehemaligen Leiters der Lokalredaktion des Badischen Tagblatts, Patrick Fritsch:

 mercurius.de



Auf Wiedersehen bei der Flüchtlingshilfe